EU

Mai 22, 2011

 

Die Europäische Union steht zur Zeit vor einer Zerreißprobe. Staaten wie Griechenland, Irland oder Portugal drohen in ihren Schulden zu versinken. Staaten mit einer langen europäischen Tradition wie Spanien oder Italien könnten im schlimmsten Falle ebenso in den Treibsand der Schuldenspirale geraten. Aber soweit wollen die Staats-und Regierungschefs es auf gar keinen Fall kommen lassen. In Zusammenarbeit mit den betroffenen Staaten und den Internationalen Währungsfonds wird ein Hilfspaket nach dem nächsten geschnürt und parallel drastisch gespart. Die Maßnahmen sind unpopulär und sorgen für große Proteste in den Bevölkerungen. So besetzten von der Regierung enttäuschte spanische Jugendliche die Puerta del Sol in Madrid um ihrem Zorn angesichts der Jugendarbeitslosigkeit von 40% Ausdruck zu verleihen, und in Griechenlands Hauptstadt Athen kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Regierungen haben jegliches Vertrauen verspielt. Die Europäische Union sollte zusehen, dass dieses Vertrauen wieder hergestellt wird. Ohne die Unterstützung der Bevölkerung werden die Sparpakete ungewisse Ergebnisse bringen. Der Zorn des Volkes über die Einschnitte in ihren Lebensstandard könnte sich schnell auf die Staatenlenker in Brüssel lenken. Da bräuchte es nur einen geschickten Populisten auf Stimmenfang, der die Gabe und das Charisma besitzt politische Stimmen zu seinen Gunsten zu nutzen. Gott sei Dank hat sich bis dato kein solcher Trittbrettfahrer aus der Deckung gewagt, man sollte ihnen aber auch keine Gelegenheit bieten auf den Zug der Empörung aufzuspringen und in eine gefährliche Richtung zu lenken. Dabei würde es der EU gut zu Gesicht stehen, fortan mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen. Der Verzicht auf eine gemeinsame Wirtschaftsregierung bei gleicher Währung entpuppt sich gerade als schwerwiegender Konstruktionsfehler und sollte schnellstmöglich ausgemerzt werden.

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