Sorry, dass ich mich so lange nicht zurückgemeldet habe, aber es sind ja Semesterferien und ich versuche möglichst wenig Zeit vor dem Laptop zu hängen. Ansonsten geht da immer so viel Zeit flöten: Facebook, ein Chat hier und da, neue Sporttrends entdecken, vielleicht ein Flash-Game zwischendurch und schon sind zwei Stunden vergangen. Kennt ihr das auch? Schon verrückt, wie viel Zeit wir alle in dieser virtuellen Welt verschwenden…

Ich habe kürzlich auch von einer spannenden Studie gelesen, die belegt, dass wir durch das Internet im Gehirn abbauen. Dadurch, dass Google, Wikipedia und Co auf jede Frage sofort eine Antwort liefern, merken wir uns viel weniger. Ist doch eh alles nur einen Klick entfernt. Ob das jetzt wirklich schädlich ist, muss natürlich noch diskutiert werden. Ist mir aber auch schon selbst aufgefallen. Hatte irgendwas bei Wikipedia nachgeguckt, dann wollte ich das am nächsten Tag meinen Kommilitonen erzählen und hab’s einfach komplett vergessen gehabt. Schräg.

Ich spiele endlich wieder viel Tennis und Handball. War ja zu Schulzeiten sogar Jugendmeister und bin auf ein Europa-Turnier geschickt worden. Durch das Studium aber fehlte mir oft die Zeit und so hab ich auch ganz schön abgebaut. Die ersten Matches habe ich ganz schön vermasselt, habe kaum glauben können, wie viele Bälle ich verhauen habe. Nach ein paar Tagen aber war ich schon fast wieder der Alte. Ich glaube, was man einmal richtig gut kann, das verlernt man auch nicht mehr. Selbst wenn man es jahrelang nicht mehr übt, kann man ziemlich schnell wieder in seine alte Form zurückfinden.

Leider hat das heiße Mädel die Verabredung mit mir verschoben, deswegen kommt sie erst diese Woche vorbei. Zum Glück habe ich herausbekommen, wie sie heißt: Susi. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ostderby

Juli 18, 2011

Morgen geht es wieder los: Fußball. Endlich. Man, es kommt mir vor, als ob ich Monate darauf warten hätte müssen, dabei ging die Sommerpause nur knapp sechs Wochen. Morgen startet ja erstmal die zweite Liga. Da ich Sport studiere, ist das natürlich für mich Pflicht. Ich fahre nach Cottbus, weil da morgen ja das Spiel der Spiele ist: Cottbus gegen Dresden. Was für ein Derby und ich kann es kaum abwarten, im Stadion zu stehen und Energie anzufeuern. Ich bin ja eigentlich ein Tennis-Liebhaber. Aber auch Fußball ist mein Leben. Ich wohne zwar in Berlin, aber dennoch liebe ich den Verein Energie Cottbus. Erklären kann ich es Euch nicht so richtig, aber ich glaube es ist deswegen, weil ich mein erstes Spiel, was ich live im Stadion gesehen habe, bei Energie erlebt habe. Und seitdem fiebere ich mit. Ich habe jedes Jahr eine Dauerkarte, pendle dann mit Freunden aus Berlin mit dem Zug zwischen dem dicken B an der Spree und dem kleinen C, ebenfalls an der Spree. Und da morgen mein erster Semesterferien-Tag ist, belohne ich mich mit diesem geilen Spiel. Ich versuche es dennoch objektiv zu sehen und denke, dass es für Energie diese Saison schwer wird, um den Aufstieg mitzuspielen, schließlich sind wirklich gute Mannschaften diese Saison vertreten, die sich wirklich exzellent verstärkt haben. Energie hat nur eine wirkliche Top-Verpflichtung getätigt – Rangelov von Dortmund kam. Aber sonst? Wenn der mal verletzt ist, kann nicht wirklich jemand diese Lücke füllen, die er hinterlässt. Na ja, man darf jedenfalls gespannt sein, wie das Spiel morgen ausgeht. Und mal schauen, wie sich die tollen Fans beider Teams verhalten werden…

 

Heiß…

Juli 5, 2011

Ich überlege ja seit Wochen, ob ich in den Urlaub fahren soll oder nicht. Erstmal wäre ja da das Problem Geld. Nicht, dass ich nicht genug hätte, allerdings würde ich mir gerne auch einen neuen PC wie den iMac kaufen wollen. Aber auch Erholung würde mir ganz gut zu Gesicht stehen. Außerdem muss ich auch mal raus aus Berlin, raus aus Deutschland. Aber eigentlich will ich auch die unzähligen Clubs dieser Stadt unsicher machen. Hach, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich sollte ich mir einfach einen Flug buchen, mich in den Flieger setzen und los geht’s – ab in den Süden. Letzt Woche hatte ich ein echt geiles Date mit einer Ollen von meinem Kumpel Georg. Die war schon sehr heiß. Nicht, dass wir irgendwas miteinander gemacht hätten – nein, überhaupt nicht – nur schaute ich die ganze Zeit wie ein dämlicher Hund, der gerade seinen Knochen sieht, ihn aber nicht kriegen kann, weil er zu weit entfernt ist. Die ist aber auch geil gewesen. Schlank, blondes Haar, groß. Eine passende Oberweite hat natürlich auch nicht gefehlt. Ich kann mich gar nicht mehr an ihren Namen erinnern, weil ich irgendwie nur auf etwas anderes konzentriert war. Wir wollen uns jetzt nächste Woche nochmal treffen, denn ich habe sie zum Essen eingeladen. Na ja, und wer weiß? Vielleicht passiert ja dann doch noch mehr. Versteht mich nicht falsch, aber wie soll ich denn da die Beine still halten? Bei so einer bildhübschen Frau geht das ja wohl mal überhaupt nicht. Aber das ist so eine Frau, die eigentlich nicht für nur eine Nacht ist, sondern für mehr. Aber davor habe ich Angst.

The Sixth Sense

Juni 24, 2011

„Ich sehe tote Menschen!Sie wissen nicht, dass sie tot sind…“ Der gewisperte Satz des kleine Coles, ist längst in die Kinogeschichte eingegangen. „The Sixth Sense“ von Regisseur M. Night Shyamalan ist ein Meilenstein des Genres des Psycho-Thrillers. Bruce Willis agiert hier ganz untypisch als sensibler Kinderpsychologe, dem der Fall des kleinen Coles besonders am Herzen liegt, da er hofft eine erfolgreiche Behandlung Coles einen schweren Fehler bei einem ähnlichen Patienten wieder gutzumachen, der in seit Jahren keine Ruhe mehr finden lässt. Getrieben und verzweifelt wirken die Protagonisten, beide belastet durch ein Geheimnis, das zu schwer für sie allein wiegt und das sie mit jemanden teilen müssen um es zu überwinden. Cole vertraut seine Gabe tote Menschen zu sehen und mit ihnen kommunizieren zu können nicht mal seiner eigenen Mutter an, die daran fast zerbricht, der von Willis überzeugend verkörperte Psychologe Malcolm Crowe sieht seine geliebte Ehefrau vor lauter Arbeitseifer kaum noch und entfremdet sich immer mehr von ihr.

Die Stärke des Films beruht auf dem Ansatz, die Spannung nicht durch Schockmomente und Ekelgefühle zu erzeugen sondern durch die besonderen Beziehungen untereinander. Die Frage ob der kleine Cole es schafft über seinen Schatten zu springen und dem Arzt sein Geheimnis zu erzählen ist weitaus spannender als der gelegentliche Auftritt von wandelnden Leichen. Die stimmige Filmmusik und Kameraführung leisten ihren Beitrag zur bedrückenden Atmosphäre die weite Teile des Films umfasst. Das Ende darf getrost als Meisterleistung der Drehbuchautoren gelten, selten wurde so aufreizend mit der Wirklichkeitsempfindung des Publikums gespielt.

Carla Bruni

Juni 16, 2011

 

Die Ehepartner der Staatsoberhäupter halten sich meist im Hintergrund, benehmen sich von Zeit zu Zeit ein wenig schrullig, wie etwa Prinz Philipp, oder treten so gut wie gar nicht in Erscheinung wie Joachim Sauer, der Ehemann der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Eine jedoch ist anders, stiehlt ihrem Mann, trotz seines außergewöhnlichen Geltungsbedürfnisses bei so manchem Staatsbesuch die Show und passt sogar nicht in die Reihe der biederen First Ladys der anderen Staaten. Die Rede ist von Carla Bruni, pardon Sarkozy, die Gattin des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Was waren das für Schlagzeilen, als Sarkozy in seinem ersten Jahr an der Macht, erst eine schmutzige Scheidung von seiner ersten Ehefrau vollzog, um sich wenig später an der Seite des berühmt berüchtigten Models und Folksängerin Carla Bruni zu zeigen. Luxusurlaube auf Anwesen, bzw. Motoryachten befreundeter Geschäftspartner sowie ein offen zur Schau gestellter Hang zu exklusiven Accessoires brachten Sarko ebenso ins Umfragetief wie seine unpopulären politischen Maßnahmen. Bruni wurde dabei als verruchtes, männerfressendes Mediensternchen präsentiert, Fotos in aufreizender Pose und mit sehr wenig Bekleidung taten ihr Übriges. Zu groß war der Kontrast zu den großmütterlichen Chiracs. Doch seien wir ehrlich: wer wünscht sich nicht eine bildhübsche First Lady, die perfekt mehrere Sprachen beherrscht, eine wunderschöne zarte Stimme besitzt und sich vor allem konsequent sozial engagiert? Carla Bruni nutzt ihre Stellung nicht um die Klatschspalten zu füllen, sondern um die Aufmerksamkeit der Medien auf karikative Projekte zu lenken die sonst eher wenig Beachtung in den Medien finden. Die Welt Aids Stiftung wählte sie, deren Bruder an Aids starb, zu ihrer Repräsentantin, in Paris ging sie inkognito mit Sozialarbeitern auf die Straße und kümmerte sich um Obdachlose, und ihre Stiftung ist in Afrika, Lateinamerika un den französischen Banlieues sehr aktiv. Kann man es ihr zum Vorwurf machen, dabei noch ausnehmend charmant zu sein oder sollte man Frankreich nicht lieber zu seiner Prmière Dame gratulieren?

EU

Mai 22, 2011

 

Die Europäische Union steht zur Zeit vor einer Zerreißprobe. Staaten wie Griechenland, Irland oder Portugal drohen in ihren Schulden zu versinken. Staaten mit einer langen europäischen Tradition wie Spanien oder Italien könnten im schlimmsten Falle ebenso in den Treibsand der Schuldenspirale geraten. Aber soweit wollen die Staats-und Regierungschefs es auf gar keinen Fall kommen lassen. In Zusammenarbeit mit den betroffenen Staaten und den Internationalen Währungsfonds wird ein Hilfspaket nach dem nächsten geschnürt und parallel drastisch gespart. Die Maßnahmen sind unpopulär und sorgen für große Proteste in den Bevölkerungen. So besetzten von der Regierung enttäuschte spanische Jugendliche die Puerta del Sol in Madrid um ihrem Zorn angesichts der Jugendarbeitslosigkeit von 40% Ausdruck zu verleihen, und in Griechenlands Hauptstadt Athen kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Regierungen haben jegliches Vertrauen verspielt. Die Europäische Union sollte zusehen, dass dieses Vertrauen wieder hergestellt wird. Ohne die Unterstützung der Bevölkerung werden die Sparpakete ungewisse Ergebnisse bringen. Der Zorn des Volkes über die Einschnitte in ihren Lebensstandard könnte sich schnell auf die Staatenlenker in Brüssel lenken. Da bräuchte es nur einen geschickten Populisten auf Stimmenfang, der die Gabe und das Charisma besitzt politische Stimmen zu seinen Gunsten zu nutzen. Gott sei Dank hat sich bis dato kein solcher Trittbrettfahrer aus der Deckung gewagt, man sollte ihnen aber auch keine Gelegenheit bieten auf den Zug der Empörung aufzuspringen und in eine gefährliche Richtung zu lenken. Dabei würde es der EU gut zu Gesicht stehen, fortan mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen. Der Verzicht auf eine gemeinsame Wirtschaftsregierung bei gleicher Währung entpuppt sich gerade als schwerwiegender Konstruktionsfehler und sollte schnellstmöglich ausgemerzt werden.

Krieg im Kindergarten

Mai 12, 2011

Ist es besorgniserregend wenn die 6 bis 16 Jährigen heute mit Liedern, wie dem „Arschficksong“ oder dem „Vendetta“ von Sido bzw. Bushido groß werden, anstatt mit harmlosen Geträller schnulziger Boybands oder überdrehten Hupfdohlen wie Britney Spears oder Christina Aguilera, mit denen wir unser Pubertät verbrachten? Von stilvollen musikalischen Begleitern, womöglich noch auf deutsch ganz zu schweigen. Oder sind diese Songs einfach nicht wirklich ernst zu nehmen, sind sie mit Absicht so überzogen, billig und agressiv, dass sie nur als Karikatur ihrer eigenen Kultur gesehen sollten, wie es bei KIZ der Fall ist? Nein, sie sind durchaus ernst gemeint. Deutsche Gangstarapper, oder jene die sich dafür halten, meinen es ernst wenn sie ihr hartes Leben auf der Straße beklagen, wenn sie ihre „Opfer“ und deren Mütter beschimpfen, wenn sie versuchen das amerikanische Original zu kopieren und noch weiter auf die Spitze zu treiben. Die Verantwortung für Konsequenzen auf die Geisteshaltung ihrer Fans, die die Texte und Videos für bare Münze nehmen und glauben, dass es eine Welt gibt, in der man sich einfach nimmt, was man haben will, in der Gewalt mehr zählt als Liebe und in der kein Platz für Schwache ist, lehnen Sido, Bushido, Fler und Konsorten strikt ab. „Was kann ich dafür, wenn Eltern nicht verhindern, dass Kinder meine Musik hören?“ tönte Sido noch vor einiger Zeit.

König Boris von Fettes Brot hat es in seinem Lied „Automatikpistole“, das auf dem letzten Album „Strom und Drang“ erschien, jedoch unverdienter Weise wenig Aufmerksamkeit bekam, auf den Punkt gebracht. „Was seid ihr für Menschen? Was für Götter? Was für Statussymbole?Dicke Autos, ‘n paar Nutten, Automatikpistole.Um euch herum schart ihr ´n Haufen blinder Soldaten Und mit denen bringt ihr den Krieg in jeden Kindergarten“

Absolute Beginner

April 24, 2011

„Der Zug ist abgefahren, doch wir sitzen drin, niemand kann uns stoppen, wir werden weiter rocken!“ So tönten die Absoluten Beginner auf ihrem großartigen Album Bambule aus dem Jahr 2001, dass sie berühmt werden ließ und das immer noch als eines der besten deutschen Rap Alben der Geschichte gilt. Jan Delay sollte später die Zeit rum um die Entstehung des Albums als die beste in seinem Leben bezeichnen. Er, Denyo, Dj Mad und ihre Freunde hätten nichts anderes getan als zusammen rumzuhängen, Texte zu schreiben, Joints zu rauchen und merkwürdigerweise genau den Nerv der Zeit zu treffen. Sie hatten wohl auch nicht wirklich gewusst, wieso alle Welt auf einmal ihre Texte so in den Himmel lobte und woher diese Woge der Zuneigung die Hamburg plötzlich zu überspülen drohte herkam. Im Nachhinein können wir sagen, dass es einfach an der Qualität ihrer Musik lag, die zum Soundtrack einer ganzen Generation wurde. Wem die Fantastischen Vier schon ein wenig altbacken daherkamen, wer Fettes Brot als zu aufgekratzt empfand und auch mit Freundeskreis nicht wirklich etwas anfangen konnte, hatte mit dem entspannten, lockeren Sound der Beginner den optimalen Wegbegleiter gefunden. Dass sie sich bei allem Erfolg trotzdem selber nie zu ernst nahmen und beispielsweise im Video zu Gustav Gans als Riesenküken durch die Gegend hüpften, trug maßgeblich zur Steigerung der Sympathie bei, die ihnen entgegenschlug. Der Hauptgrund für ihren Erfolg sind jedoch ihre ironischen, stylischen und immer ausgefallenen Texte die niemals platt, teilweise ernst, teilweise lustig aber niemals langweilig und platitüdenhaft daherkommen. Ihre Trennung nach dem Blast Action Heros Album hinterließ eine große Lücke im deutschen HiHop Universum. Jan Delay orientierte sich fortan mehr in die Soul und Disco Bewegung und rockte die Nation mit seiner Disco No 1 in Schlips und Kragen, während es um den Rest der Crew zunächst ein wenig ruhiger wurde.

Insomnia

April 11, 2011

Das Licht geht aus, die Decke senkt sich wie eine schützende Hand über die müden Glieder, die Matratze schmiegt sich wohlig an den Rücken und das Kissen riecht süßlich nach Schlaf. Auf der Straße haben die lärmenden Bars geschlossen, der Regeln trommelt leise gegen das Fenster und auch die Mitbewohner haben den Fernseher ausgeschaltet, die Unterhaltung eingestellt und sind in ihre Zimmer verschwunden. Der Tag war anstrengend, bis halb sieben wurdest du bei der Arbeit aufgehalten, immer wieder kam eine Kleinigkeit hinzu, die noch schnell erledigt werden musste. Als du dann endlich zu Hause warst, hat deine Freundin angerufen und das Gespräch klingelt dir jetzt noch in den Ohren. Nicht weil ihr euch gestritten hättet, nein, weil du sie vermisst und dich das Telefonieren glücklich und melancholisch zugleich werden lässt. Anschließend warst du noch eine Runde laufen, hast deine Spezialnudelsauce gekocht und mit deinem bestem Kumpel seine neueste Frauengeschichte am Telefon diskutiert. Jetzt willst du nur noch eins: endlich diese Welt ausknipsen und ins Reich der Träume übersiedeln, schlafen, tief wie ein Stein, bis der vermaledeite Wecker dich mit seinem hämischen Gepiepse zurückholt in das Bergwerk des Arbeitsalltags.

Aber etwas hält dich auf. Du kannst die Schwelle nicht übertreten, immer hält dich etwas zurück. Ein Gedanke der noch unbedingt gedacht werden muss, eine Erinnerung, die ausgerechnet jetzt aus der Vergessenheit in dein Bewusstsein springt, und die folgende Kette von Assoziationen und längst vergangenen Gefühlen. Plötzlich ein Schreien und Kreischen von der Straße, eine Frau keift einen Mann in einer fremden Sprache an, dieser antwortet mit einem fürchterlichen Gebrüll, kein Vokal scheint diese Sprache abzuschleifen, sie klingt nur hart und feindlich. „Kommt doch bitte klar“denkt sich dein müder Geist, trotzdem schlurfst du auf den Balkon um nach dem Rechten zu sehen. In der Zwischenzeit sind sie verschwunden, du legst dich resigniert ins Bett und starrst die Decke an, die aber leider auch keine Gutenachtgeschichte erzählt, sondern nur gleichmütig zurückstarrt und dich deiner Schlaflosigkeit überlasst. Insomnia hat begonnen.

Neuer Freund

März 17, 2011

Also, ich hab keinen neuen Freund, so viel sei gesagt. Sondern Marleen. So ‘n Riese, der ist bestimm 1,90. Marketingfuzzi und älter als sie und alles. Total blasiert der Typ. Rundum unsympathisch und passt überhaupt nicht zu ihr. Was sie mit dem will, frag ich mich. So sonderllich gut sieht der auch gar nicht aus. Da kann sie echt wen besseres haben.

In letzter Zeit haben wir echt ‘ne Menge Zeit miteinander verbracht, weil sie gerade Urlaub hat und jetzt nur noch die halbe Woche auf Achse ist. Wir haben zusammen DVD-Abende gemacht und ihre Freunde waren auch am Start, mit denen versteh ich mich super. Mittlerweile schlafe ich auch in ihrem Bett. Das hört sich verfänglicher an, als es eigentlich ist, denn ihr Bett ist 2×2 m breit und wir kennen uns ja nun auch schon ewig, das ist also nicht das erste Mal, das wir in einem Bett pennen. Wir sind ja auch nur Freunde.

Das gute ist, dass sie der Typ nicht hier pennt, weil ich ja da bin und das auch ein bisschen komisch ist. Hat sie mir so gesagt. Sie hat ihm bisher auch verschwiegen, dass wir in einem Bett nächtigen, bestimmt weil ihr das zu kompliziert zu erklären war. Da sind wir uns sehr ähnlich. Keine Komplikationen, kein Stress. Marleen ist nicht so ‘ne typische Beziehungs-Maus mit RundumdieUhr-Überwachung und Psycho-Anruf-Terror. Die genießt genau so ihren Freiraum wie jeder Typ.

Die lässt sich auch nichts vorschreiben. Manchmal geht sie auch einfach nicht ans Telefon wenn Carlo (tzzzzz) sie anruft, einfach, weil sie gerade ihre Ruhe haben will. Bei mir geht sie natürlich immer ran. Bin schließlich ihr ältester Freund.

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